HARRY LIEDTKE: POESIE KUNST SINN

eros+thanatos acryl/hartfaser 60x80 - 800¿
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Im Boot acryl/leinwand 50x60 - 800 ¿
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harry
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maria (acryl/hartfaser 70x100) 800 ¿
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mann mit gitarrenkoffer acryl/leinw. 40x40 -400¿
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flucht  (verkauft)
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tanz des lebens - acryl/ holz ca 43x67 - 400¿
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wo ist der sinn? -  acryl auf pappe 50x70 -300¿
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stördorf - ölpastellkreide/sperrholz 45x65 -450¿
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HERZLICH WILLKOMMEN AUF MEINEN SEITEN!

hallo liebe freunde,
V I E L E NEUE BILDER !!!
auf den seiten 2 + 3! blättert mal durch...
manches ist unvollendet oder anderweitig
im fluss neuer interpretation...
ABER: es geht wirklich richtig wieder los!
verzeiht mein langes "schweigen".
liebe grüße! h

NOCHMALS HALLO für erstbesucher,
dies ist nur die erste von 3 sites, die zusammengehören und über links schnell
hin- und her zu blättern sind!!!
(auf dieser seite geht`s unten rechts weiter, sonst immer oben links)

WER ICH BIN
nähere info über mich gibt`s auf der dritten seite.
ich lebe seit anfang 07 fest in flensburg.
wer mich aus hamburg oder vom bauernhof-atelier im itzehoer raum kennt:
hab ich alles aufgegeben! einziger standort flensburg! Tel. 017666647157

diese erste seite enthält BEISPIELE aus meiner malerei und lyrik. optische und sprachliche gemälde....

VIEL FREUDE NUN AN MEINEN GEDICHTEN!!!
nehmt Euch zeit! wie gesagt, es sind beispiele. sehr unterschiedlich.
und gebt rückmeldung über gästebuch oder email (unten)!
Harry (;-)



STILLeben

vögel zwitschern am morgen steigen nebel
treiben sonnenstrahlen läuten
kirchglocken her von irgendwo
unter bäumen
sitzen wir
schweigend

in den augen
weite


WAS BLEIBT

ich habe
gearbeitet und gegessen
getrunken und geliebt -
ich habe gelitten und vergessen
dass es auch schatten gibt -
ich war wach als andre schliefen
und verträumte den tag -
ich hab das kloster gesucht
und die welt
verschlungen bis zum überdruss -
ich habe die wünsche anderer
zu meinen gemacht
herzblut geschwitzt
getanzt und geschluckt
und selten gelacht:

die trauer ins lied geschrien.
das blau ins bild gemalt.
die liebe in worte gefaßt -
und im schweigen begraben.
das gesicht hart gemacht wie einen kieselstein
und die angst:
die angst weggeschminkt

ich habe
häuser gebaut und
fleisch gefressen und
bäume gepflanzt
für jedes kind

und nie gefragt was bleibt
wenn wir zu asche geworden sind

NORDEN

der himmel steht hoch überm land
wolken fliehn vorm wind
was bleibt ist weite
bäume, die sich längst
der gewalt beugten
und schwere
wohlige
melancholie


HERBST

die bäume spielen herbst
mit ihren blättern.
am gitter glänzen tropfen,
am stock die rebe.
den sommer
hab ich nicht gehabt

braun bereits wehn die vorhänge
der balkontür - der himmel
treibt in moll vorbei.
der wein des sommers
war ohne glut
und leichtigkeit

noch einmal wäscht der regen
den staub vom leuchtend
bunten laub.
die amsel schüttelt ihr gefieder -
ihr lied verklang
mit deiner stimme

STERNWARTE

einmal für uns
stand venus im zenit

die schatten wuchsen
zur dämmerung
zur dunkelheit

wir hielten hände von licht
zu licht
und schlenderten umschlungen
zur alten technik
zur neuen musik
und fort von ihr

staunend erregt wie kinder
erklommen wir gerüste
stiegen leitern
empor
hielten einander und dächer
öffneten sich zum himmel

und immer wieder leuchtete
der ferne planet

SHALOM

fünf braune pferde
und ein weißes
im morgendunst
der talwiese vorm waldberg
weit genug weg
ein gemälde zu bilden
für den kitschkalender

fünf braune pferde
und ein weißes
und der nebel
und die sonne

sechs tiere und natur
ruhe
kehrt ein

WEITER

die pferde sind weiter
unten jetzt im tal
was gestern dampfender nebel,
liegt jetzt silbrig auf dem gras

morgen
rollt sanft von den bergen
blasse sonnenflecken
im samtgrauen himmel

CREDO

ich sehe dich

ich sehe mich

ich sehe
viel von dir und kenne
viel von mir

weiß nicht, wer wir sind
und kenne nicht das ziel

seh nur, daß es war
im weg, auf dem wir kamen

weiß nicht, was noch wird
und glaub doch an den weg
in christus jesus amen

ELTERNHAUS

ich stand vor meinem elternhaus
mit meiner schwester, es war
ein traum
wir sprachen von
sanierung
renovierung
wir sprachen von farben und
sie sagte: bunt
schön bunt, sie
die zum schönfärben gar nicht neigt
und hinzufügend: grün
viel grün - bäume
blumen müssen her!

ich erwachte mit einem einwand:
dies haus
erwiderte ich zaghaft
gehört uns nicht mehr


MORGEN IST ANDERS

gestern war
gehen unter bäumen
und möwen am see
gestern sangen wir in reimen
stapften herzen
in den schnee

liebe die nicht vergeht
spuren die nur
schmerz verweht -
schwer war gestern
nur das heut

erinnerung in wärme
trauer und zweifel
hoffnung auch ist heute

morgen
ist anders


VON GOLDENEN TAGEN
(run for the shadows in these golden years - bowie)

schatten
zu fliehen oder
schluchten zu meiden oder
goldene tage leben

schatten
zu suchen oder
schluchten erkunden und
in zeltstoff wohnen

bilder sammeln oder schätze
horten
magische rituale
goldener zeit
oder

den stein küssen an den der fuß stieß
den dorn betrachten in der haut
die träne lieben die das auge wusch
den adler mögen den die kugel jagt
des goldenen jägers

in bildern wohnen
wenn bilder verblassen
schätze wegschenken bei tageslicht

zelte verbrennen und
den adler schützen


GEGENFRAGE

kann man
als normaler
erwachsener
aufgeklärt-gebildeter mensch
noch an gott glauben?

gegenfrage:
kann man als derselbe
anders leben
als ob
es ihn gäbe?


DOCH

doch als uns flügel wuchsen
doch als die nacht
uns geschenkt
doch als uns kinder wurden
doch als das gras uns grün
doch als die bäume
äste reckten
als sie früchte trugen
doch als uns die nebel bargen
und der mond
nicht kalt
doch als uns vögel lauschten
doch als der traum erwachte
als die stimmen trugen
und wir im schweigen
wohnten
doch
doch


DER HUND
(für jule + , airedale, flensburg)

buttermilch-tage
die sonne erreicht
nur die haut
die wellen treiben
in die förde
das gras ist hart
und naß und schmutzig
der sand
die klettergerüste
stehn einsam

mayonnaisen-morgen
pärchen waten
in zweisamkeit
möven suchen nach pommfrit
in der ferne
hinterm marineboot
das andre land
strandkörbe stehn verlassen
der pavillon
is zu

flecken auf dem revers
in der tasche tabakkrümel
die zunge scheuert
am stumpfen geschmack
aus allen poren
dunstet der gestrige tag
ein bierglas steht verlassen
am plankenpfad

nur der hund:
der hund tollt
mit dem morgen


MORGENARBEIT
(für herwald frahm +)

der arbeit müde
kehrten wir
heim

schon hatte die sonne den tau
getrocknet
den morgen wie ein herbstlied verdrängte
der tag

wir standen am zaun und sprachen
miteinander und lachten
die vögel
in den apfelbäumen sangen
ihre lieder

und wir
träumten unsre


WAS ABER WENN

herzen
und ferne sein von herzen
was aber wenn
herzen
wörter sind?

lieben können
und fürchten müssen -
was aber wenn
gefühle
sprache sind?

menschen mögen
und menschen meiden -
was aber wenn
menschen
namen sind?

wenn namen wörter sind
wenn wörter...
wörter

WEIHNACHT

irgendwo unterkommen
nicht nur
irgendwo unterkommen
obdach finden
nicht nur vor der nacht
nicht nur
vor den winden schutz
und gegen die kälte was -
gegen die gefahren des dunkels
gegen die leere weite
des sternenhimmels -
nicht nur bleiben, sondern werden
heimat finden
wo leben wieder werden kann:
wo auch die nacht
noch stimme hat und licht
und die seele gewiß ist
des neuen morgens -
heimat finden
auf dem weg, der weiterführt:
zuhause sein
wo gott zuhause ist -
und immer wieder
neu einkehrt